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Dodo – das etwas andere Haustier

veröffentlicht am 02.07.2018

Insekten im Internet bestellen und von der Post liefern lassen? Das ist im Jahre 2018 keine verrückte Vorstellung mehr, sondern sorgte bei den Pädagogen von Haus 11 für große Neugier. Diese Neugierde sollte sich aber ebenso auf die Kinder und Jugendlichen übertragen. Eines der wohl spannendsten Ereignisse im Tierreich wollten die Kinder und Jugendlichen von Haus 11 einmal selbst beobachten können:

Die Entwicklung von der Raupe zum Schmetterling.

So begann das kleine tierpädagogische Projekt mit 5 winzigen Raupen, die der freundliche Postbote bis zur Türschwelle der Außenwohngruppe brachte. Schnell wurden diese in das vorgesehene Behältnis gesetzt, damit die Raupen wachsen konnten. Sie waren gut versorgt und hatten genügend Platz, um nach ein paar Tagen in ihren Kokons zu verschwinden. Kurz darauf konnten die verpuppten Raupen von den Kindern in den deutlich größeren Netzbehälter umgesiedelt werden – schließlich brauchen Schmetterlinge nach dem Schlüpfen etwas mehr Platz.

Es war ein Sonntagmorgen während des Frühstücks, in dem besonders einem Jungen der Wohngruppe auffiel, dass die Schmetterlinge zu schlüpfen begannen. Eifrig begannen die ersten Schmetterlinge ihre Kokon-Hülle abzustrampeln und breiteten ihre schönen, neuen Flügel aus.

Hier konnte man nicht nur viel beobachten, sondern auch viel lernen! Denn so ein Schmetterling kann eben nicht sofort losfliegen. Dass die Flügel eines Schmetterlings erst aushärten müssen, bevor er in die große weite Welt fliegen kann, war für die Kinder eine wichtige und logische Erkenntnis.

Am Tag der Freilassung fiel dann neben den schön flatternden Schmetterlingen, von denen nach kurzer Zeit schon nichts mehr zu sehen war, ein einzelner Schmetterling besonders auf: er flog nicht weg. Er hat einen krummen Flügel und kann deshalb nicht fliegen.

Aus diesem Grund hat es sich ein Junge von Haus 11 zur Aufgabe gemacht, diesem Schmetterling ein würdiges Leben zu bereiten, der in freier Wildbahn leider nur sehr geringe Chancen gehabt hätte.

Der Junge taufte den Schmetterling auf den Namen „Dodo“ und sorgte sich väterlich um den kleinen, ganz besonderen Flattermann. Dodo durfte in dem Netzgehege weiter hausen und damit er es dort so gut wie nur möglich hatte, bekam er sogar ein kleines Häuschen und ausreichend Futterquellen, wie Blüten, Obst und Zuckerwasser.

Natürlich kümmert sich sein neuer Pflegevater auch um ausreichend „Auslauf“ und Frischluft für Dodo – denn wenn man schon nicht fliegen kann, soll man sich wenigstens auf der Wiese austoben und an frischen Blüten naschen dürfen.

Klar ist, Dodo wird nicht ewig leben. Aber auch Abschiednehmen gehört zum Leben dazu. Und dank der Fürsorge in Haus 11 wurde Dodo trotz seiner körperlichen Benachteiligung eine umsorgte und lebenswerte Zeit ermöglicht.

Inklusion funktioniert eben nicht nur in der Menschenwelt!

2 Kommentare

  1. Joachim Gerich

    Nette Geschichte, zum Nacchahmen empfohlen

  2. Hanni Cinelli

    Tolle Idee, den Kindern die Natur Nahe zu bringen!