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Nach 40 Jahren ist Schluss mit Maria im Tann

veröffentlicht am 08.07.2020

Stefan Küpper geht in Rente

Alle Überlegungen, der kommt wieder zurück, können Sie vergessen: Die Tür ist zu und der Schlüssel wird umgedreht und weggeschmissen. (Joschka Fischer)

40 Jahre hat er Maria im Tann geprägt, 40 Jahre – unvorstellbar! – und ebenso auch unmöglich hier in einem Artikel darzustellen, was er in dieser Zeit alles in und für die Einrichtung geleistet hat. Von den Schwestern des armen Kinde Jesu wurde Stefan Küpper nach mehr oder weniger erfolgreichen Zivildienstzeit 1980 als Erziehungsleiter eingestellt. Niemand wusste so recht, was das ist – vorher gab es diese Stelle nicht; er musste sich irgendwie reinfinden. 1986 übernahm er dann die Heimleitung und führte die Einrichtung 1996 zum heutigen Träger, den Katholischen Erziehungsverein für die Rheinprovinz e.V. Im Jahr 2015 wurde Stefan Küpper der Sozialpreis „Aachen Sozial“ verliehen. Er wurde es nicht müde, auch in der Zeit um diese Verleihung immer wieder zu betonen, dass nicht er den Preis gewonnen hat, sondern wir alle – Maria im Tann.

So wäre es auch nicht in seinem Sinne, hier die große „Lobhudelei“ fortzusetzen…

Den Abschied von Stefan Küpper konnten wir in diesem Jahr – eigentlich unser Jubiläumsjahr: Maria im Tann ist 75 Jahre alt geworden – nicht so richtig groß feiern, wie es angemessen gewesen wäre.

Nach unserem Jubiläumsfestakt im März musste nun auch unsere Zirkus-Projektwoche mit großer Gala (bei der wir uns von Stefan Küpper verabschieden wollten), sowie unser großes Sommerfest und eben auch die offizielle Verabschiedung von Stefan Küpper in der Aachener Jugendhilfe-Öffentlichkeit ausfallen.

Corona zum Trotz wollten wir es uns aber nicht ganz nehmen lassen:

Am 3.7. wurde Stefan Küpper zunächst bei einem Brunch im engsten Kreis mit dem Aufsichtsrat und den Geschäftsführern der anderen Einrichtungen des Katholischen Erziehungsverein für die Rheinprovinz e.V. sowie seiner Familie verabschiedet. Hier wurde in verschiedenen Reden immer wieder erwähnt, dass Stefan Küpper „das Gesicht“ von Maria im Tann ist. Kein Wunder, ist er bereits seit 1986 Heimleiter der Einrichtung und hat so das heutige Profil einer modernen Jugendhilfeeinrichtung maßgeblich geprägt.

Ein Highlight der Veranstaltung war der musikalische Beitrag von Jonas Wender und zwei Mädchen aus Haus 11, die den Titel „Auf das, was da noch kommt“ zum Besten gaben – ein wirklich passender Song. Ebenso rührend war der Film, den Marion Menke gemeinsam mit David Küpper und mit vielen Kindern und Jugendlichen, ehemaligen und aktuellen Bewohnern, gedreht hatte. Da konnte schon das eine oder andere Tränchen verdrückt werden.

In der Mehrzweckhalle hatten wir auch die „DankBar“ aufgebaut. Da so wenige Menschen sich persönlich verabschieden konnten, haben hier viele die Gelegenheit genutzt, sich schriftlich mit persönlichen Worten und Grüßen bei ihm zu verabschieden.

Am Nachmittag des 3.7. kam dann nicht nur die Sonne zur Überraschung raus, sondern wir überraschten Stefan Küpper auf unserem Sportplatz mit einem großen Picknick. Hier waren zuvor 15 Felder abgeteilt worden, so dass wir die Corona-Abstandsregelungen gut einhalten konnten. Bei Livemusik wurde der Sportplatz getauft in den Stefan-Küpper-Platz, es wurde ein Ständchen gesungen und es gab viel Gelegenheit für Gespräche. Alle jetzigen Bewohner sowie alle Mitarbeiter hatten gemeinsam mit „unserem Chef“ einen wunderschönen Nachmittag in der Sonne.

Zum 31.07. übergibt Stefan Küpper nun die Geschäftsführung an Denis Thielen, der bereits seit dem 1.4. als stellvertretender Heimleiter angefangen hat und trotz besonderer Umstände in der Coronazeit sich schon gut eingearbeitet hat. So können wir uns auf eine gute Zukunft für die Einrichtung freuen, auch wenn der Abschied von Stefan Küpper uns allen sehr schwer fällt.
Wir werden ihn vermissen!

Kommentar

  1. Franz-Josef Stevens

    LIeber Stefan,
    soeben, Mittwoch, 5. August, 2020, saßen zwei Weggefährten der allerersten gemeinsamen Zeit 1973 wieder beim Frühstück beisammen: Freddy Stamperius und Franz-Josef Stevens. Du warst Zivi, wir Praktikanten. Viele schöne Erinnerungen teilen wir mit Dir an diese Zeit. Jetzt gehst Du in den Ruhestand und könntest unsere Frühstücksrunde komplettieren.
    Vor einiger Zeit haben wir uns ja mal im Kapellchen in Burtscheid getroffen und dabei festgestellt, dass wir uns auch nach bald 50 Jahren noch immer was zu erzählen haben.
    Wenn Du Lust auf ein Treffen mit Freddy und mir hast, schreib einfach an meine E-Mailadresse, dann machen wir was aus.

    Herzlichen Gruß
    Franz-Josef