Freshbox – Live – Cooking *Kochgruppe in Maria im Tann im Lockdown*

Das Angebot der Kochgruppe des Trainingswohnens von Maria im Tann gibt es nun seit ca. 1,5 Jahren.

Die Gruppe, die einmal wöchentlich stattfindet und immer von zwei Mitarbeiter*innen durchgeführt wird, fördert Teamarbeit und gemeinsames „Erleben“ von Speisen und Zutaten. Ferner lernen die Teilnehmenden gesundes und gleichzeitiges günstiges Kochen und Essen. Bei Auszug soll jeder Teilnehmende eine Rezeptesammlung mit selbst gekochten (Lieblings-)Gerichten mitnehmen können.

Mit zunehmenden Beschränkungen bzgl. der Kontakterlaubnis zwischen verschiedenen Haushalten mussten auch wir Mitarbeiter*innen des Trainingswohnens in Maria im Tann immer wieder die Zugangsvoraussetzungen in der Kochgruppe anpassen.

Konnten wir anfänglich zumindest noch ein gemeinsames Essen, mit Abstand, mit verschiedenen Haushalten anbieten, welches von den Betreuer*innen zubereitet und ausgegeben wurde, so musste auch dieses Konzept überdacht und an die neuen Corona-Bestimmungen angepasst werden.

Es entstand die Idee des Freshbox – Live – Cooking.

Alle erforderlichen Zutaten werden frisch und unpräpariert in wiederverwendbare Dosen oder verschließbare Gefäße abgepackt und schließlich in Thermoboxen in die WGs geliefert. Anschließend wird in einer Videokonferenz gemeinsam gekocht.  Alle starten zur gleichen Zeit mit denselben Vor- und Zubereitungen der verschiedenen Speisen, hierdurch führen die beiden Betreuer*innen, die das Menu in Echtzeit mitkochen.

Besondere Herausforderungen stellen die unterschiedlichen Kochfähigkeiten, aber auch die verschiedenen Koch-Utensilien, bis hin zur unterschiedlichen Funktionsweise der Herde, dar. Manchmal kocht nur ein Bewohner einer WG mit, der dann natürlich viel mehr Arbeit hat, als eine ganze WG. Hier ist dann wiederum die Zusammenarbeit der Mitbewohner gefragt, die alle verantwortlich sind für das Gelingen eines Rezeptes. Auch die Reihenfolge der Zubereitung der einzelnen Bestandteile einzuhalten und darauf hinzuweisen ist wichtig, damit das Gericht gleichzeitig fertig wird.

Die gruppendynamischen Prozesse innerhalb einer WG, aber auch im gesamten Livechat unterscheiden sich dabei teils signifikant von einem persönlich „betreuten Kochen“, da die Teilnehmer*innen viel mehr selber untereinander regulieren müssen und dies auch tun.

Es macht sowohl den Betreuer*innen als auch den Jugendlichen und jungen Erwachsenen immer sehr viel Spaß, auch wenn es schonmal stressig werden kann.

Der Lerneffekt bei der Methode des Live-Kochens ist hier in jedem Fall nochmals intensiver und möglicherweise auch nachhaltiger, da die einzelnen Schritte bis zum Gelingen eines Gerichtes in Eigenverantwortung geleistet werden müssen. Insbesondere das Abschmecken und Würzen müssen die Jugendlichen alleine durchführen.

Corona stellt uns manchmal eben vor besondere HErausforderungen, die kreativ gelöst werden müssen und auch können. So lange die Technik funktioniert, werden wir die Kochgruppe jedenfalls weiterführen!

 

Wir bedanken uns bei den Teilnehmenden der Kochgruppe für die stete Teilnahme und auch für die Geduld, die sie uns, gerade am Anfang des Projekts, entgegengebracht haben!

 

Wir suchen… Mitarbeiter*innen!

Für den Bereich des Trainingswohnens, unserem Angebot zur Verselbständigung für Jugendliche und junge Erwachsene suchen wir aktuell eine

sozialpädagogische Fachkraft (m/w/d) in Voll- oder Teilzeit.

 

Nähere Infos unter Stellenangebote.

 

„Wir schauen mal, was geht“ – Ferien in Haus 1

Dieses Jahr ist alles anders, auch unsere Ferien. Unsere Kinder haben schon vorher viele Veränderungen gut getragen dieses Jahr; sie mussten im Homeschooling mit uns Pädagogen als Lehrern Vorlieb nehmen, in den Aktivitäten waren wir lange sehr eingeschränkt und die Begrenzung der Kontakte hat die Geduld auf eine große Probe gestellt.

Unsere Ferien waren auch auf den Kopf gestellt. Mal eben ins Freibad? Fehlanzeige.  Kino? Unter den Bedingungen kein Spaß…..  Doch letztlich haben wir einige schöne Erlebnisse ergattern können. So waren wir häufiger Segeln, meist in Roermond, stets mit zwei oder drei Kindern auf dem Boot. Da wir unsere Freizeit in Xanten „Open Air“ auf einem Zeltplatz verbrachten, konnten wir gut allen Vorgaben entsprechen. Bei super Wetter hatten wir eine schöne Woche bei den Römern und an der Xantener Südsee.  Dazu machten wir hier einige Ausflüge, zum Beispiel in den Barfußpark oder nach Bokrijk, in den Gaia Zoo, ins Bubenheimer Spieleland oder in die Eifel, an den Rursee. Gestreng dem Motto „Wir schauen mal, was geht“ haben wir unsere Ferien doch toll gefüllt und gehen wieder gestärkt zur Schule.

Mal schauen, was da geht…

Nach 40 Jahren ist Schluss mit Maria im Tann

Stefan Küpper geht in Rente

Alle Überlegungen, der kommt wieder zurück, können Sie vergessen: Die Tür ist zu und der Schlüssel wird umgedreht und weggeschmissen. (Joschka Fischer)

40 Jahre hat er Maria im Tann geprägt, 40 Jahre – unvorstellbar! – und ebenso auch unmöglich hier in einem Artikel darzustellen, was er in dieser Zeit alles in und für die Einrichtung geleistet hat. Von den Schwestern des armen Kinde Jesu wurde Stefan Küpper nach mehr oder weniger erfolgreichen Zivildienstzeit 1980 als Erziehungsleiter eingestellt. Niemand wusste so recht, was das ist – vorher gab es diese Stelle nicht; er musste sich irgendwie reinfinden. 1986 übernahm er dann die Heimleitung und führte die Einrichtung 1996 zum heutigen Träger, den Katholischen Erziehungsverein für die Rheinprovinz e.V. Im Jahr 2015 wurde Stefan Küpper der Sozialpreis „Aachen Sozial“ verliehen. Er wurde es nicht müde, auch in der Zeit um diese Verleihung immer wieder zu betonen, dass nicht er den Preis gewonnen hat, sondern wir alle – Maria im Tann.

So wäre es auch nicht in seinem Sinne, hier die große „Lobhudelei“ fortzusetzen…

Den Abschied von Stefan Küpper konnten wir in diesem Jahr – eigentlich unser Jubiläumsjahr: Maria im Tann ist 75 Jahre alt geworden – nicht so richtig groß feiern, wie es angemessen gewesen wäre.

Nach unserem Jubiläumsfestakt im März musste nun auch unsere Zirkus-Projektwoche mit großer Gala (bei der wir uns von Stefan Küpper verabschieden wollten), sowie unser großes Sommerfest und eben auch die offizielle Verabschiedung von Stefan Küpper in der Aachener Jugendhilfe-Öffentlichkeit ausfallen.

Corona zum Trotz wollten wir es uns aber nicht ganz nehmen lassen:

Am 3.7. wurde Stefan Küpper zunächst bei einem Brunch im engsten Kreis mit dem Aufsichtsrat und den Geschäftsführern der anderen Einrichtungen des Katholischen Erziehungsverein für die Rheinprovinz e.V. sowie seiner Familie verabschiedet. Hier wurde in verschiedenen Reden immer wieder erwähnt, dass Stefan Küpper „das Gesicht“ von Maria im Tann ist. Kein Wunder, ist er bereits seit 1986 Heimleiter der Einrichtung und hat so das heutige Profil einer modernen Jugendhilfeeinrichtung maßgeblich geprägt.

Ein Highlight der Veranstaltung war der musikalische Beitrag von Jonas Wender und zwei Mädchen aus Haus 11, die den Titel „Auf das, was da noch kommt“ zum Besten gaben – ein wirklich passender Song. Ebenso rührend war der Film, den Marion Menke gemeinsam mit David Küpper und mit vielen Kindern und Jugendlichen, ehemaligen und aktuellen Bewohnern, gedreht hatte. Da konnte schon das eine oder andere Tränchen verdrückt werden.

In der Mehrzweckhalle hatten wir auch die „DankBar“ aufgebaut. Da so wenige Menschen sich persönlich verabschieden konnten, haben hier viele die Gelegenheit genutzt, sich schriftlich mit persönlichen Worten und Grüßen bei ihm zu verabschieden.

Am Nachmittag des 3.7. kam dann nicht nur die Sonne zur Überraschung raus, sondern wir überraschten Stefan Küpper auf unserem Sportplatz mit einem großen Picknick. Hier waren zuvor 15 Felder abgeteilt worden, so dass wir die Corona-Abstandsregelungen gut einhalten konnten. Bei Livemusik wurde der Sportplatz getauft in den Stefan-Küpper-Platz, es wurde ein Ständchen gesungen und es gab viel Gelegenheit für Gespräche. Alle jetzigen Bewohner sowie alle Mitarbeiter hatten gemeinsam mit „unserem Chef“ einen wunderschönen Nachmittag in der Sonne.

Zum 31.07. übergibt Stefan Küpper nun die Geschäftsführung an Denis Thielen, der bereits seit dem 1.4. als stellvertretender Heimleiter angefangen hat und trotz besonderer Umstände in der Coronazeit sich schon gut eingearbeitet hat. So können wir uns auf eine gute Zukunft für die Einrichtung freuen, auch wenn der Abschied von Stefan Küpper uns allen sehr schwer fällt.
Wir werden ihn vermissen!

Eine neue Zeitrechnung für Maria im Tann: vor, während und (hoffentlich bald) nach Corona…

Die Corona-Zeit mit ihren Einschränkungen bringt für unsere MitarbeiterInnen sowie die Kinder und Jugendlichen den Zeitstrahl gehörig durcheinander…

Ein Mädchen unserer Einrichtung berichtete die Tage ganz aufgeregt von einem Treffen mit Ihren (mehr als zwei) Freundinnen um dann erschrocken anzumerken, dass sie natürlich ein Treffen „vor Corona“ meinen würde.

Die MitarbeiterInnen einiger unserer Wohngruppen rieben sich verwundert die Augen, als viele Kinder und Jugendliche nach dem Motto „back to the roods“ Freizeitbeschäftigungen aus längst vergangenen Zeiten für sich entdeckten. Beispielsweise wurde der Maria im Tann umgebene Wald ausgiebig erkundet und Gesellschaftsspiele wie Monopoly wurden neu entdeckt. Auf diese Art und Weise ist es den Kindern und Jugendlichen auf bewundernswerte Weise gelungen mit den Einschränkungen doch ganz gut zurecht zu kommen, obwohl einige Highlights wie das Sommerfest oder ein Zirkusprojekt abgesagt werden mussten und die Kontakte zu den Eltern und Freunden leider nur mit Einschränkungen stattfinden können.

Gleichzeitig hat die Zukunft in der Corona-Zeit Einzug gehalten. Erfreulicherweise wurde pünktlich zum Start des „home-schoolings“ das lang erwartete W-Lan Netz auf dem Gelände und in den Wohngruppen installiert und wird nun von den Kindern und Jugendlichen ausgiebig genutzt – natürlich nicht nur zum Lernen.

Das tapfere Durchhalten der Einschränkungen durch Corona wird erfreulicherweise durch wöchentliche Nervennahrung und eine ausgiebige Eisversorgung aus der besten Eisdiele Aachens belohnt.

In diesem Sinne sind in Maria im Tann alle optimistisch, auch weiterhin gut durch die Corona-Zeit zu kommen!